Wie viel darf man bei einer kurzfristigen Beschäftigung verdienen?

9. Dezember 2021

Für kurzfristige Beschäftigungen gelten keine Obergrenzen für den Verdienst. Anders als bei den geringfügig entlohnten 450-Euro-Minijobs existiert hier keine Begrenzung des Arbeitsentgelts. Allerdings sind dennoch einige Besonderheiten hinsichtlich der Verdiensthöhe bei kurzfristigen Beschäftigungen zu beachten.

Zeitgrenzen

Bei der Beurteilung der kurzfristigen Minijobs kommt es allein auf die Einhaltung der Kurzfristigkeitsgrenzen (drei Monate bzw. 70 Arbeitstage) an. Sind diese Grenzen erfüllt, so spielt die Verdiensthöhe quasi keine Rolle.

Mindestlohn

Dennoch sind bei der Entgelthöhe für die kurzfristigen Aushilfen einige allgemeine Vorschriften zu beachten. So gilt zunächst auch für kurzfristige Minijobber der allgemeine Mindestlohn. Unterhalb dieses Mindestlohns darf kein Arbeitnehmer, also auch keine kurzfristige Aushilfe, beschäftigt werden. Eine Ausnahme bilden auch hier die Schüler, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und somit auch unterhalb des Mindestlohns beschäftigt werden können.

Tarifvertrag

Sollte es in der Branche einen eigenen allgemein verbindlichen Tarifvertrag mit einer höheren Lohnuntergrenze (auch Branchen-Mindestlohn) geben, so gilt dieser regelmäßig auch für die kurzfristigen Minijobber. Der Mindestlohn markiert auch für kurzfristige Minijobber die untere Entgelthöhe. Nach oben gilt keine Entgeltobergrenze für die kurzfristigen Minijobber.

Steuern und Soziahlversicherung

Kurzfristige Minijobs bieten den großen Vorteil, dass sie beitragsfrei zur Sozialversicherung sind. In vielen Fällen sind von den kurzfristigen Minijobber auch keine Steuern zu zahlen. Denn tatsächlich setzt die Besteuerung (in der Steuerklasse I) erst bei einem Monatsverdienst von rund 1.000 Euro ein. Die individuelle Besteuerung ist allerdings von den persönlichen Steuermerkmalen abhängig, so dass diese jeweils im Einzelfall betrachtet werden sollte.

Beispiel:

Eine kurzfristige Aushilfe arbeitet im Voraus befristet vom 1.8. bis 31.8. eines Jahres. Für die 40 Wochenstunden ist ein Verdienst von 3.000 Euro vereinbart.

Da es sich hier um eine im Voraus befristete Beschäftigung handelt, spielt die Verdiensthöhe für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung keine Rolle. Es handelt sich um einen kurzfristigen Minijob.

Es lohnt sich daher gerade bei den kurzfristigen Minijobs eine genaue Betrachtung. So kann ein vermeintlich höherer Bruttolohn am Ende aufgrund der anfallenden Steuerlast nur zu einem geringerem Nettoanstieg führen.