Wie hoch sind die Abgaben für eine private Haushaltshilfe?

9. Dezember 2021

Beschäftigen Sie private Haushaltshilfen als Minijobber im Privathaushalt, so müssen Sie auch Abgaben zahlen. Hierbei gelten im Grunde dieselben Regelungen wie bei Minijobbern im gewerblichen Bereich.

Steuern und Abgaben

Das bedeutet, der Arbeitgeber trägt pauschale Beiträge zur Krankenversicherung und Rentenversicherung.

Zusätzlich fallen in aller Regel noch pauschale Steuern auf das Entgelt an (Pauschsteuer).

Daneben sind noch Umlagebeiträge zu den Ausgleichkassen U1 (teilweiser Ersatz der Arbeitgeberaufwendungen bei krankheitsbedingten Abwesenheiten) und U2 (Ersatz der Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft) abzuführen.

Für Privathaushalte sind hingegen keine Beiträge zur Insolvenzgeldumlage zu zahlen.

Rentenversicherung

Sofern der Minijobber rentenversicherungspflichtig im Minijob ist und einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlt, sind diese Beitragsanteile ebenfalls durch den Privathaushalt abzuführen. Die Tragung dieses Arbeitnehmeranteils zur Rentenversicherung erfolgt jedoch durch den Minijobber selbst.

Beitragshöhe

Bei der Höhe der Sozialabgaben gelten für Privathaushalte niedrigere Sätze als im gewerblichen Bereich. So zahlt der Privathaushalt nur jeweils 5 Prozent als pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung. Gewerbliche Arbeitgeber zahlen hingegen 13 Prozent zur Krankenversicherung bzw. 15 Prozent zur Rentenversicherung.

Zusätzlich sind noch Beiträge zur Umlagekasse U1 (1,0 Prozent) und U2 (0,39 Prozent) zu zahlen. Für die Absicherung der privaten Haushaltshilfe sind pauschal 1,6 Prozent an die Gesetzliche Unfallversicherung zu entrichten, um Arbeitsunfälle abzusichern.

Für Minijobber (450-Euro-Kräfte) besteht zudem grundsätzlich auch Steuerpflicht. Allerdings kann hier die Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent gewählt werden. Damit sind Lohnsteuer, Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag pauschal abgegolten.

Höhe der Gesamtabgaben

Insgesamt sind somit für eine private Haushaltshilfe im Minijob Abgaben in Höhe von 14,99 Prozent vom privaten Arbeitgeber zu zahlen. Übt der Minijobber die Tätigkeit als rentenversicherungspflichtige Haushaltshilfe aus, so betragen die Abgaben an die Minijob-Zentrale 28,59 Prozent (= 14,99 % Arbeitgeberaufwendungen + 13,6 % Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung).

Beispiel:

Erna Emsig arbeitet bei Familie Trubel im Privathaushalt als Reinigungskraft und hilft der Familie bei der Reinigung des Hauses zweimal wöchentlich jeweils 3 Stunden. Sie erhält einen Stundenlohn von 12 Euro und hat sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Im Abrechnungsmonat hat sie 30 Stunden gearbeitet.

Stundenlohn:

30 Stunden x 12 Euro = 360 Euro

Arbeitgeberbeiträge:

Krankenversicherung: 360 Euro x 5 % = 18,00 Euro

Rentenversicherung: 360 Euro x 5 % = 18,00 Euro

Pauschsteuer: 360 Euro x 2% = 7,20 Euro

U1-Umage: 360 Euro x 1,0 % = 3,60 Euro

U2-Umlage: 360 Euro x 0,39 % = 1,40 Euro

Unfallversicherung: 360 Euro x 1,6 % = 5,76 Euro

Arbeitgeberbeiträge insgesamt: 53,96 Euro

Arbeitgeberbelastung insgesamt: 413,96 Euro

Praxis-Tipp

Hier finden Sie einen Rechner für private Haushaltshilfen.

https://www.minijob-zentrale.de/DE/05_multifunktionsleiste/03_service/05_tools_rechner/01_HHS_Rechner/Formular2018/node.html