Wie hoch ist die Arbeitgeberbelastung für Minijobs 2021?

9. Dezember 2021

Bei der Beschäftigung von Minijobbern stellt sich für Arbeitgeber stets die Frage, wie hoch die Lohnnebenkosten für diese Minijobber sind. Wie auch bei versicherungspflichtigen (Vollzeit)Beschäftigten spielen die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung bei den Minijobbern eine entscheidende Rolle.

Beiträge und Steuern

Grundsätzlich gelten für Minijobber in punkto Sozialversicherungsbeiträge im Vergleich zu den versicherungspflichtigen Arbeitnehmern andere Regelungen. Für Minijobber sind grundsätzlich pauschale Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung zu zahlen.

Diese Pauschalbeiträge sind allein vom Arbeitgeber zu tragen und werden an die Minijob-Zentrale, als Einzugsstelle für geringfügige Beschäftigungen, gezahlt. Der Minijobber zahlt somit nicht die halben Beitragsanteile. Ausgenommen, der Minijobber ist rentenversicherungspflichtig. In diesem Fall trägt er einen geringeren Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung.

Krankenversicherung

Der pauschale Arbeitgeberbeitrag für Minijobber zur Krankenversicherung beträgt 13 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts. Dies gilt für alle Minijobber, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Dazu zählt auch die Familienversicherung über den Ehepartner oder die Eltern. Aus diesem Grund sollte sich der Arbeitgeber stets eine Bescheinigung der Krankenkasse zu den Entgeltunterlagen legen.

Privat krankenversicherte

Allerdings gilt auch hier keine Regel ohne Ausnahme. Diese Ausnahme bilden die privat krankenversicherten Minijobber. Für diese muss der Arbeitgeber den Pauschalbeitrag in Höhe von 13 Prozent nicht zahlen. Vorausgesetzt es existiert ein Nachweis über die private Krankenversicherung (PKV).

Rentenversicherung

In der Rentenversicherung ist ebenfalls ein Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zu leisten. Dieser beträgt 15 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts. Eine Befreiungsmöglichkeit besteht hier nicht. Sofern ein Minijobber rentenversicherungspflichtig beschäftigt ist, muss der Minijobber zusätzlich zum pauschalen Arbeitgeberbeitrag (derzeit) 3,6 Prozent als Arbeitnehmereigenanteil zahlen und vermindert dadurch sein Nettoentgelt.

Arbeitslosen- und Pflegebeversicherung

Zur Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung fallen keine Beiträge für Minijobber an, so dass hier keine zusätzliche Belastung für den Betrieb entsteht.

Steuern

Daneben sind noch Steuern zu zahlen. Hier kann der Arbeitgeber die Pauschsteuer für Minijobber in Höhe von 2 Prozent tragen. Vielfach ist dies auch Usus, obwohl diese Pauschsteuer auch auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden kann.

Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit den Minijobber mit seiner individuellen Steuerklasse, also über die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM), abzurechnen. Hier trägt der Arbeitgeber keine Steuerlast, sondern diese trägt allein der Arbeitnehmer.

Umlagekassen

Neben den Pauschalbeiträgen und der Pauschsteuer sind noch Beiträge zu den Umlagekassen U1 (Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit) und U2 (Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft) sowie zur Insolvenzgeldumlage zu zahlen. Die Umlagepflicht zur U1 trifft natürlich nur die U1-umlagepflichtigen Betriebe. Größere Betriebe sind von der U1-Umlagepflicht ausgenommen (mehr als 30 anrechenbare Arbeitnehmer).

Die Beiträge zur U1-Umlagekasse betragen aktuell 1,0 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts und 0,39 Prozent zur U2-Umlagekasse. Die Insolvenzgeldumlage beträgt 0,12 Prozent für das Jahr 2021.

Beispiel:

Ein Minijobber verdient monatlich 450 Euro und hat sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Arbeitgeberbelastung:

Krankenversicherung: 13 % x 450 EUR = 58,50 EUR

Rentenversicherung: 15 % x 450 EUR = 67,50 EUR

Pauschsteuer: 2 % x 450 EUR = 9,00 EUR

U1-Umlage (sofern Umlagepflicht besteht): 1,0 % x 450 EUR = 4,50 EUR

U2-Umlage: 0,39 % x 450 EUR = 1,76 EUR

Insolvenzgeldumlage: 0,12 % x 450 EUR = 0,54 EUR

Hinweis: Die Beiträge sollen für das Kalenderjahr für Minijobber nicht angepasst werden. Einzig die Insolvenzgeldumlage steigt ab 2022 auf dann 0,15 Prozent.