Was macht den Nebenjob zum Minijob?

9. Dezember 2021

Ein Nebenjob gehört für viele Arbeitnehmer mittlerweile dazu, um das Nettoeinkommen zu erhöhen. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Nebenjob zum Minijob wird?

Neben einer Hauptbeschäftigung, die ein Arbeitnehmer ausübt, kann ein weiterer Job ausgeübt werden. Nur in seltenen Fällen ist eine solcher Nebenjob aus arbeitsrechtlichen Gründen verboten. Ob es sich allerdings bei dem Nebenjob um einen Minijob handelt, hängt von unterschiedlichen Aspekten ab.

Entscheidend ist zunächst, ob es sich bei dem Nebenjob an sich um einen Minijob handelt. Das heißt, erfüllt der Nebenjob die Kriterien eines 450-Euro-Minijobs oder die Kriterien einer kurzfristigen Beschäftigung? Ist dies nicht der Fall, dann kann der Nebenjob auch kein Minijob werden.

Liegen allerdings die Voraussetzungen für einen Minijob vor, so ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob es sich in der Gesamtbetrachtung aller Beschäftigungen auch weiterhin um einen Minijob im Nebenjob handelt. Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung eines Minijobs sind nämlich alle Beschäftigungsverhältnisse einzubeziehen, so dass sich durch diese Zusammenrechnung aller Beschäftigungsverhältnisse ein vollkommen anderes Bild ergeben kann als bei der Einzelbetrachtung jedes einzelnen Jobs.

Grundsätzlich gilt in der Sozialversicherung, dass alle Beschäftigungsverhältnisse eines Arbeitnehmers zusammenzurechnen sind. Dies bedeutet, dass die Entgelte aus diesen Beschäftigungsverhältnissen zu addieren sind und das Gesamtentgelt dann aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht betrachtet wird.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet in seinem Hauptjob 30 Stunden je Woche und erhält dafür 2.500 Euro. Im Nebenjob arbeitet er 12 Stunden wöchentlich und erhält hieraus 1.000 Euro monatlich.

Da es sich hier um einen Arbeitnehmer mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen handelt, sind die Entgelte aus den einzelnen Beschäftigungen zusammenzurechnen.

Für einen Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung gilt diese Pflicht zum Zusammenrechnen allerdings nicht. Vielmehr gibt es hier eine Ausnahmevorschrift. Danach gilt für 450-Euro-Minijobs, dass ein Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nicht anzurechnen ist – es also keine Addition gibt.

Das gilt bei der Ausübung mehrerer 450-Euro-Minijobs allerdings nur für den zeitlich zuerst aufgenommenen Minijob. Die weiteren Minijobs werden dann mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind dann nicht mehr als Minijobs zu betrachten.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet in seinem Hauptjob 35 Stunden wöchentlich für 3.500 Euro im Monat. Im Nebenjob ist er im Rahmen eines 450 Euro-Minijobs acht Stunden wöchentlich bei einem Verdienst von 450 Euro im Monat tätig.

Grundsätzlich sind die beiden Beschäftigungen sozialversicherungsrechtlich zusammenzurechnen. Da es sich bei dem Nebenjob, jedoch um einen 450-Euro-Minijob handelt, wird dieser nicht auf die Hauptbeschäftigung angerechnet.