Was geschieht, wenn der Verdienst über 450€ liegt?

6. Februar 2019

Begriffsverwirrung: Nicht 450 Euro pro Monat, sondern 450 Euro monatlich im Jahresdurchschnitt

So griffig der Titel „450-Euro-Minijob“ klingt – er ist eigentlich nicht ganz richtig. Denn es geht bei der Verdienstgrenze weniger darum, dass Sie in einem Monat nie mehr als 450 Euro verdienen dürfen. Entscheidend ist vielmehr, dass Ihr „regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt“ – also Ihr durchschnittlicher Monatsverdienst innerhalb von zwölf Monatennicht höher liegt als 450 Euro.

Dieser feine Unterschied hat in der Praxis erhebliche Auswirkungen und kann bei Nicht-Beachtung schnell teuer werden. Zum Beispiel, wenn Sie als Minijobber von Ihrem Arbeitgeber schon zu Beginn des Arbeitsverhältnisses vertraglich vereinbarte, einmalige Sonderzahlungen erhalten, die für die Berechnung Ihres 450-Euro-Minijobs zum monatlichen Einkommen addiert werden. Bekommen Sie also in einem Jahr von Januar bis November monatlich 450 Euro ausgezahlt, im Dezember jedoch zusätzlich zu den 450 Euro noch Weihnachtsgeld, liegen Sie über der Verdienstgrenze – und zwar nicht nur für den Dezember, sondern für das gesamte Jahr, für das dann Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen sind. Dies können Sie als Minijobber verhindern, indem Sie im Voraus auf vertraglich eigentlich festgelegte Einmal-Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld schriftlich verzichten.

Diese Regelung hat aber auch Vorteile, denn sie bringt eine Flexibilisierung des einzelnen Monatsverdienstes mit sich: So darf der monatliche Verdienst eines Minijobbers gelegentlich auch über 450 Euro liegen, wenn denn dieses Plus in anderen Monaten wieder ausgeglichen wird. Es kommt eben auf den durchschnittlichen Monatsverdienst an.

Als Arbeitgeber müssen Sie Ihren Minijobber also nicht unbedingt pünktlich nach Hause schicken, obwohl sich gerade jetzt die unerledigte Arbeit anhäuft. Sorgen Sie nur dafür, dass Ihr Minijobber in ruhigeren Zeiten entsprechend weniger arbeitet und sich sein Einkommen aus dem Minijob über den Zeitraum von zwölf Monaten innerhalb des Rahmens von 450 Euro durchschnittlichen Monatsverdienstes bewegt.