Studenten als Minijobber – Wie funktioniert’s?

6. Oktober 2021


Studenten sind in der Sozialversicherung ein besonderer Personenkreis. Für Studenten, die neben ihrem Studium einer Beschäftigung nachgehen, gelten ganz besondere Spielregeln. So werden die Studenten je nach der Beschäftigung unterschiedlich beurteilt. Dies führt zu einer unterschiedlichen versicherungsrechtlichen Einordnung und auch zu einer unterschiedlichen finanziellen Belastung der Studenten.

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Was ist überhaupt ein Student?


Voraussetzung für ein ordentliches Studium ist die Einschreibung (Immatrikulation) an einer anerkannten Fach- oder Hochschule. Übt der Studierende neben dem Studium eine Beschäftigung aus, so ist dabei zu beachten, welchen Umfang die Beschäftigung ausmacht.

Fraglich ist dabei, ob das Studium oder die Beschäftigung überwiegt. Festgemacht wird die Entscheidung an der Anzahl der Wochenstunden. Ausgehend von einer 40-Stunden-Woche, liegt ein Überwiegen somit bei mehr als 20 Stunden je Woche für das eine oder andere vor.

Liegt der Anteil der Beschäftigung während der Vorlesungszeit bei mehr als 20 Stunden wöchentlich, so steht das Studium nicht mehr im Vordergrund und der Studierende wird als Arbeitnehmer betrachtet. Ein besonderer Status als Student liegt dann nicht mehr vor. Daher kommt der Studentenstatus nur in Betracht, wenn das Studium überwiegt. Die Beschäftigung darf also nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich in der Vorlesungszeit betragen.

Werkstudent, Minijob oder kurzfristig?


Als Werkstudenten gelten ordentlich Studierende, die nicht mehr als 20 Stunden je Woche neben dem Studium einer Beschäftigung nachgehen. Dabei kommen die beschäftigten Studierenden in den besonderen Genuss der Werkstudentenregelung (auch Werkstudentenprivileg). Sie sind in der Sozialversicherung versicherungsfrei zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Lediglich in der Rentenversicherung sind sie versicherungspflichtig und damit auch beitragspflichtig.

Für die Studenten bedeutet dies, dass 9,3 Prozent des Bruttoverdienstes als Arbeitnehmeranteil an die Rentenversicherung zu zahlen ist. Der Arbeitgeber zahlt hier ebenfalls nur den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung (9,3 Prozent).

Es gibt aber auch günstigere Möglichkeiten für den Arbeitnehmer. So kann der Studierende auch als Minijobber oder kurzfristige Aushilfe beschäftigt werden. Dann bleibt für den Studierenden mehr netto.

Student und Minijob


Liegen die Voraussetzungen für einen Minijob vor, so kann der Studierende auch als 450-Euro-Minijobber abgerechnet werden. Hier können die Abgaben im Minijob für den Arbeitnehmer auf 0 Euro gedrückt werden. Allerdings betragen die Lohnnabenkosten rund 30 Prozent.

Beispiel

Ein Student ist ordentlich an einer Hochschule immatrikuliert und nimmt einen Job neben dem Studium auf. Er verdient 400 Euro monatlich in dem Job.

Es liegen die Voraussetzungen für einen Studentenjob (inklusive der Werkstudentenregelung) vor. Da das regelmäßige Entgelt mit 400 Euro jedoch innerhalb der Minijobgrenze liegt, handelt es sich hier um einen geringfügig entlohnten Minijob.

Student und kurzfristige Aushilfe


Liegen die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung (kurzfristiger Minijob) vor, so bleibt dem Arbeitnehmer im Idealfall der Bruttoverdienst als netto. Denn dank der Kurzfristigkeitsregelungen, fallen keine Sozialversicherungsbeiträge in kurzfristigen Beschäftigungen an.

Die Steuerbelastung dürfte hier in den meisten Fällen ebenfalls kaum in Gewicht fallen, so dass die kurzfristige Beschäftigung aus Sicht der Abgabenlast die beste Möglichkeit ist. Allerdings sind hier durch die Kurzfristigkeitsgrenzen zeitliche Grenzen gesetzt.

Beispiel

Ein Student ist ordentlich an einer Hochschule immatrikuliert und nimmt einen Job neben dem Studium auf. Er verdient 1.000 Euro monatlich in dem Job. Der Aushilfsjob ist vom 1.7. bis 31.8. des Jahres befristet.

Die Voraussetzungen für einen kurzfristigen Minijob sind hier gegeben, da die Kurzfristigkeitsgrenzen durch die Beschäftigung eingehalten werden und keine Vorbeschäftigungen vorliegen.

Fazit


Auch bei der Beschäftigung von Studenten können die Minijobregelungen helfen, den Nettoverdienst zu gestalten. Je nach Fallgestaltung können die anfallenden Abgaben für Arbeitgeber und Betrieb ganz unterschiedlich ausfallen, so dass hier stets ge werden sollte, welche die optimale Alternative ist.