Neue Minijobgrenze 520 Euro

15. Dezember 2021

Die 450-Euro-Minijobgrenze ist seit Jahren unverändert. Doch dies soll sich mit der neuen Regierungskoalition ändern und die Minijobgrenze auf 520 Euro angehoben werden. Künftig soll sie dann dynamisch dem Mindestlohn angepasst werden.

Die Minijobgrenze soll künftig auf 520 Euro steigen, wenn der Mindestlohn auf 12 Euro je Stunde erhöht wird. Zu dem genauen Zeitpunkt gibt es im Koalitionsvertrag keine Auskünfte und ein dazugehöriger Gesetzentwurf liegt derzeit noch nicht vor.

Die Erhöhung der Minijobgrenze soll aber zeitgleich zur Einführung des neuen Mindestlohns erfolgen. Denkbar ist hier aktuell die Einführung zum 1.7.2022 oder 1.1.2023.

Die Erhöhung der Minijobgrenze hat für die Arbeitgeber leider nicht zur Folge, dass die Arbeitszeit der Minijobber ausgeweitet wird. Denn tatsächlich sinkt die mögliche Stundenzahl der Minijobber mit Erhöhung der Minijobgrenze auf 520 Euro.

Dieses Paradoxon lässt sich erklären. Denn durch die Koppelung der Minijobgrenze an die Höhe des Mindest-Stundenlohns ergibt sich mit der Einführung der neuen 520-Euro-Minijobgrenze eine neue Systematik. Die Minijobgrenze wird dann nicht mehr starr festgelegt, sondern variabel gestaltet werden. Die Höhe der Minijobgrenze soll sich künftig immer an zehn Wochenarbeitsstunden zu Mindestlohnbedingungen orientieren. Steigt künftig der Mindestlohn, steigt auch die Minijobgrenze.

Die Minijobgrenze ermittelt sich dann anhand folgender Formel:

Stunden-Mindestlohn x 10 Stunden x 52 Wochen : 12 Monate

Tatsächlich dürfte damit durch die Einführung der neuen Minijobgrenze die Anzahl der Arbeitsstunden bei einigen Minijobbern zu reduzieren sein. Denn im zweiten Halbjahr 2021 waren die möglichen Arbeitsstunden mit mehr als 46 Stunden monatlich noch höher. Und auch im ersten Halbjahr 2022 dürfen Minijobber noch etwas mehr als 45 Stunden arbeiten.

Die Erhöhung der Minijobgrenze führt somit nicht zu einer Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten der Minijobber, da sich die Arbeitszeit (vielfach) eher reduzieren dürfte. Für die Arbeitgeber erhöhen sich somit im Grunde nur die Lohnkosten, ohne dass die Arbeitsleistung ausgeweitet wird.

Für die Minijobber selbst gestaltet sich die Erhöhung der Minijobgrenze freundlicher. Denn vielfach dürften insbesondere die Minijobber von der Mindestlohnerhöhung profitieren. So werden zahlreiche Minijobber mit der Erhöhung der Minijobgrenze eine entsprechende Entgelterhöhung von 450 Euro auf 520 Euro im Monat verbuchen können, ohne dafür mehr arbeiten zu müssen.

Für die Betriebe steigen mit der Anhebung der Minijobgrenze die Kosten, wenn die Löhne der Minijobber angehoben werden müssen.

Beispiel:

Ein Minijobber verdient derzeit monatlich 450 Euro. Die Lohnkosten (Bruttolohn inklusive Kranken- und Rentenversicherungsbeiträgen sowie Pauschsteuer) belaufen sich auf monatlich ca. 585 Euro.

Mit Einführung des Mindestlohns von 12 Euro liegen die Lohnkosten bei rund 676 Euro, also mehr als 90 Euro höher als vor der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro.