Muss eine Jahresmeldung auch für kurzfristig Beschäftigte erstellt werden?

25. Januar 2022

Zum Jahreswechsel fallen regelmäßig die Jahresmeldungen zur Sozialversicherung in der Entgeltabrechnung an. Doch die Jahresmeldungen zur Sozialversicherung müssen nicht für alle Arbeitnehmer erstellt werden.

Ausgenommen von dieser Meldepflicht sind kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer. Für diesen Personenkreis (Personengruppe 110) sind keine Jahresmeldungen zur Sozialversicherung mit dem Abgabegrund „50“ zu erstellen. Das gilt auch, wenn die kurzfristige Beschäftigung über den Jahreswechsel läuft.

Beispiel:

Eine kurzfristige Beschäftigung beginnt am 1.12. und endet am 28.2 des Folgejahres. Der Arbeitnehmer erhält ein monatliches Entgelt von 1.000 Euro.

Eine Jahresmeldung ist nicht zu erstatten.

Anders sieht es jedoch im Bereich der Unfallversicherung aus. Auch zu diesem Sozialversicherungszweig sind Jahresmeldungen zu erstatten – und dies gilt auch für kurzfristig Beschäftigte. Die Jahresmeldungen zur Unfallversicherung sind spätestens bis 16. Februar des Folgejahres an die Minijob-Zentrale zu melden. Als Abgabegrund gilt hier die Schlüsselzahl „92“.

In der Jahresmeldung zur Unfallversicherung ist das unfallversicherungspflichtige Entgelt des Meldejahres zu übermitteln. Dies entspricht grundsätzlich dem steuerpflichtigen Entgelt. Eine Übersicht der unfallversicherungspflichtigen Entgelte (Entgeltkatalog) finden Sie hier.

Eine Besonderheit bei den Jahresmeldungen zur Unfallversicherung (UV-Jahresmeldungen) ist der Meldezeitraum. Anders als bei den sonstigen Sozialversicherungsmeldungen ist hier stets das komplette Meldejahr (vom 1.1. bis 31.12.) als Meldezeitraum zu melden. Somit erhalten die Betriebe regelmäßig im Januar eines Jahres die Jahresmeldungen zur Unfallversicherung auch für kurzfristig Beschäftigte, die bereits im laufenden Vorjahr aus dem Unternehmen ausgeschieden sind.

Beispiel:

Ein kurzfristig beschäftigter Arbeitnehmer war vom 1.5. bis 30.6. beschäftigt und hat in dieser Zeit insgesamt 2.500 Euro verdient.

Im Januar des Folgejahres wird die UV-Jahresmeldung für den Arbeitnehmer erstellt.

Meldezeitraum: 1.1. bis 31.12.

UV-Entgelt: 2.500 Euro

Die Jahresmeldungen zur Unfallversicherung dienen den Prüfern der Rentenversicherung zu Prüfzwecken im Rahmen einer Betriebsprüfung und bilden die Werte des Lohnnachweises zur Unfallversicherung ab.