Muss ein neuer Befreiungsantrag zur Rentenversicherung gestellt werden bei Wiederaufnahme eines Minijobs?

9. Dezember 2021

Grundsätzlich sind Minijobber in einem 450-Euro-Minijob rentenversicherungspflichtig und müssen einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlen. Dieser Arbeitnehmeranteil für Minijobber liegt aktuell bei 3,6 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts.

Allerdings kann sich der Minijobber von dieser Rentenversicherungspflicht durch einen Antrag beim Arbeitgeber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Dauer der Befreiung

Der Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht gilt dann für die gesamte Dauer der geringfügig entlohnten Beschäftigung und kann nicht zurückgenommen werden. Endet die Beschäftigung, so endet auch die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.

Neuer Minijob – Was nun?

Doch wie sieht es aus, wenn der Minijobber kurz nach Beendigung seines Minijobs wieder einen Minijob aufnimmt, gilt dann der ursprüngliche Befreiungsantrag weiter oder muss ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden?

Anderer Arbeitgeber

Handelt es sich um einen neuen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber, hat der bisherige Befreiungsantrag keine Wirkung mehr und es muss dann bei dem neuen Arbeitgeber, sofern gewollt, ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden.

Bisheriger Arbeitgeber

Nimmt der Minijobber jedoch bei seinem bisherigen Arbeitgeber wieder einen Minijob auf, so kann der bisherige Befreiungsantrag weiterhin gelten. Dies ist allerdings an eine wichtige Voraussetzung gebunden. Denn nur wenn zwischen dem Ende der bisherigen Beschäftigung und der neu aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber nicht mehr als zwei Monate liegen, gilt der Befreiungsantrag weiter.

Beispiel:

Ein Minijobber hat bei einem Arbeitgeber bis 31.7. einen Minijob ausgeübt. Für diese geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt ein Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht vor.

Am 15.9. nimmt er erneut einen Minijob bei dem Arbeitgeber auf. Ein neuer Befreiungsantrag ist nicht nötig, da zwischen dem Ende der bisherigen geringfügig entlohnten Beschäftigung und des neuen Minijobs bei demselben Arbeitgeber keine zwei Monate liegen (Zeitraum 1.8. bis 30.9.).

Achtung!

Anders sieht es jedoch aus, wenn seit dem Ende des letzten Minijobs (mit Befreiung von der Rentenversicherungspflicht) bei demselben Arbeitgeber mehr als zwei Monate liegen. Dann gilt der bisherige Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht nicht mehr. Es muss dann ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden.

Beispiel:

Ein Minijobber hat bei einem Arbeitgeber bis 31.7. einen Minijob ausgeübt. Für diese geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt ein Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht vor.

Am 1.10. nimmt er erneut einen Minijob bei dem Arbeitgeber auf. Ein neuer Befreiungsantrag ist in diesem Fall notwendig, da zwischen dem Ende der bisherigen geringfügig entlohnten Beschäftigung und des neuen Minijobs bei demselben Arbeitgeber mehr als zwei Monate liegen (Zeitraum 1.8. bis 30.9.). Soll auch die neue geringfügig entlohnte Beschäftigung ab 1.10. als rentenversicherungsfreier Minijob ausgeübt werden, so ist ein neuer Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht zu stellen.

Befreiungsanträge in der Praxis

In der betrieblichen Entgeltabrechnung bietet es sich stets an, für jede neue geringfügig entlohnte Beschäftigung auch einen neuen Befreiungsantrag von der Rentenversicherung vorzuhalten, wenn der Minijob rentenversicherungsfrei ausgeübt werden soll.

Auch wenn ein bisheriger Befreiungsantrag von der Rentenversicherungspflicht weiterhin seine Wirkung im wiederaufgenommenen Minijob entfalten kann. Dies gilt aber nur für den Fall, dass die Wiederaufnahme eines Minijobs bei demselben Arbeitgeber innerhalb von zwei Monaten geschieht. Daher sollte in diesen Fällen sicherheitshalber stets ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden.