Müssen Arbeitszeiten von Minijobbern erfasst werden?

28. Februar 2022

Die Arbeitszeiten von geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern müssen penibel aufgezeichnet werden. Eine Umgehung dieser Aufzeichnungspflicht ist leider nicht möglich. Die Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeit der Minijobber und kurzfristigen Aushilfen ist im Mindestlohngesetz festgeschrieben. Aber auch in den Geringfügigkeitsrichtlinien ist im Grunde eine Aufzeichnungspflicht angezeigt.

Danach müssen die Betriebe die Arbeitszeiten der geringfügig Beschäftigten arbeitstäglich aufzeichnen. Die Betriebe sind dazu verpflichtet Beginn, Ende und die Dauer der Arbeitszeit zu dokumentieren. Es muss sich dabei um die tatsächlichen Zeiten handeln. Eine Übernahme der vertraglichen Soll-Arbeitszeit ist hierbei nicht zulässig. Die Form der Aufzeichnungen ist dabei den Betrieben selbst überlassen. Somit können die Arbeitszeiten für die Minijobber mittels elektronischer Zeiterfassung, Stempeluhr oder auch per Stundenzettel auf Papier aufgezeichnet werden.

Für Arbeitgeber stellt sich damit stets die Frage, welche Aufzeichnungsvariante gewählt wird. So dürfte die elektronische Zeiterfassung über eine elektronische Stempeluhr oder App eine bequeme Lösung sein. Denn hier werden die Kommen- und Gehen-Zeitpunkte regelmäßig durch den Minijobber selbst erfasst. Die Dauer der Arbeitszeit ist dann per Knopfdruck als Auswertung aus der Zeiterfassung zu erhalten. Müssen jedoch zusätzliche Zeiterfassungschips kostenpflichtig für die Minijobber oder kurzfristigen Aushilfen erworben werden, sind andere Erfassungsmethoden ggf. zu bevorzugen. Das gilt sicher auch, wenn eine hohe Fluktuation bei den Minijobbern besteht.

Eine schnelle Lösung sind hierbei die klassischen Papieraufzeichnungen oder auch Stundenzettel. Auf diesen vermerkt der Arbeitnehmer einfach seinen Namen und die Arbeitszeiten. Aufwendig kann es hierbei aber werden, die Dauer der Arbeitszeit zu berechnen. Denn diese muss ebenfalls arbeitstäglich aufgezeichnet werden.

Arbeitszeiten zeitnah erfassen

Neben der Pflicht zur Aufzeichnung der Arbeitszeiten bei Minijobbern, ist aber auch noch die Aufzeichnungsfrist der Arbeitszeiten zu beachten. Der Arbeitgeber muss dafür Sorge tragen, dass spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages die Arbeitszeiten aufgezeichnet sind. Die Aufzeichnungen der Arbeitszeiten sind mindestens zwei Jahre beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt aufzubewahren. Da die Arbeitszeitaufzeichnungen aber auch im Rahmen der alle vier Jahre stattfindenden Betriebsprüfungen durch die Rentenversicherung vorzulegen sind, empfiehlt sich eine längere Aufbewahrung der Arbeitszeiten.

Tipp: Fordern Sie die Abgabe der Stundenzettel zeitnah, zum Beispiel am Ende einer Arbeitswoche, an. So vermeiden Sie Lücken in den Arbeitsaufzeichnungen.