Minijob, Nebenjob, 450-Euro-Job, Teilzeit. Was sind die Unterschiede?

9. Dezember 2021

Die Bezeichnungen für einen Minijob sind zahlreich und oft werden verschiedene Bezeichnungen für einen Minijob verwendet. Doch die Bezeichnungen Minijob, Nebenjob, 450-Euro-Job und Teilzeit können nicht gleichgesetzt werden. Zwar haben die Begriffe sehr große Übereinstimmungen, doch im Detail sind die Unterscheidungen oft gravierend.

450-Euro Minijob

Eine genaue Betrachtung ist daher nötig. Ein Minijob ist ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Dieses kann geringfügig entlohnt sein, weil das regelmäßige monatliche Entgelt die Minijobgrenze von 450 Euro nicht überschreitet. In diesem Fall handelt es sich um einen (geringfügig entlohnten) Minijob oder auch einen 450-Euro-Job.

Kurzfristiger Minijob

Ein Minijob kann aber auch in Form einer kurzfristigen Beschäftigung ausgeübt werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Beschäftigung im Voraus auf nicht mehr als drei Monate bzw. 70 Arbeitstage befristet ist. In diesem Fall liegt zwar ein (kurzfristiger) Minijob vor, aber kein 450-Euro-Job.

Nebenjob

Die Bezeichnung Nebenjob wird im Sprachgebrauch für einen weiteren Job neben einer (Haupt-)Beschäftigung verwendet. Dabei handelt es sich häufig um einen 450-Euro-Minijob. Wer einen Hauptjob bereits innehat und diesen bis zu 40 Stunden die Woche ausübt, dürfte kaum noch Zeit für eine weitere Beschäftigung mit 40 Wochenstunden haben.

Dennoch ist der Nebenjob nicht mit einem Minijob gleichzusetzen. Denn es sind durchaus Konstellationen möglich, in denen ein Nebenjob existiert, aber kein Minijob vorliegt.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet hauptberuflich für 28 Stunden die Woche als Buchhalter im Büro. Hierfür erhält er 2.000 Euro. Daneben übt er noch einen Nebenjob in der Rechnungsabteilung eines anderen Unternehmens aus. Für die 10 Wochenstunden erhält er hier 700 Euro im Monat.

In diesem Fall übt der Arbeitnehmer einen Nebenjob in der Rechnungsabteilung aus, der aber kein Minijob ist.

Teilzeitbeschäftigungen

Als Teilzeitbeschäftigungen werden Beschäftigungsverhältnisse bezeichnet, die nicht als Vollzeitarbeitsstelle ausgeübt werden. Dies bedeutet, entgegen der betriebsüblichen Vollzeitarbeit, übt ein Arbeitnehmer nur „teilzeitig“ diese Arbeit aus. In aller Regel spricht man heute von einer Vollzeitstelle, wenn die Beschäftigung auf 37 bis 40 Stunden die Woche ausgelegt ist. Hier gibt es in vielen Betrieben eigene Regelungen, die teilweise durch Tarifverträge oder eigene Betriebsvereinbarungen vorgegeben sind. Ein Teilzeitarbeitnehmer arbeitet in einem geringeren Umfang als vergleichbare Vollzeitarbeitnehmer.

Somit handelt es sich bei Minijobs und Nebenjobs in aller Regel um Teilzeitbeschäftigungen, da diese nur in einem geringen Umfang ausgeübt werden. Andererseits ist aber eine Teilzeitbeschäftigung nicht immer ein Minijob oder Nebenjob.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet 30 Stunden wöchentlich als Fahrer und verdient 2.200 Euro im Monat. Die betriebsübliche Vollzeitarbeitszeit beträgt 40 Stunden je Woche.

Es handelt sich bei der Beschäftigung weder um einen Minijob noch um einen Nebenjob. Sehr wohl aber um eine Teilzeitbeschäftigung.