Kurzfristige Aushilfen im Weihnachtsgeschäft einsetzen

9. Dezember 2021

Kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sind sehr gut geeignet, wenn es darum geht saisonale Auftragsspitzen abzufangen. Die Weihnachtszeit ist dafür ein guter Beleg. Denn in zahlreichen Geschäften und Betrieben zieht das Arbeitsaufkommen zum Jahresende nochmals an, so dass jede helfende Hand gebraucht wird.

Kurzfristig beschäftigte Aushilfskräfte können von vornherein befristet bis zu drei Monate bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr beschäftigt werden, ohne dass Beitragspflicht zur Sozialversicherung besteht. Diese Beitragsfreiheit macht es für die kurzfristige Aushilfe und den Betrieb äußerst interessant. Denn jede Seite spart rund 20 Prozent Sozialabgaben auf den Bruttoverdienst.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer erhält 12 Euro Stundenlohn. Er ist versicherungspflichtig beschäftigt.

Von dem Bruttostundenlohn bleibt dem Arbeitnehmer nach Abzug der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung noch ca. ein Nettoentgelt von 9,60 Euro (ohne Steuerabzug). Dem Arbeitgeber entstehen Lohnkosten von ca. 14,40 Euro je Stunde (12 Euro Lohnkosten + 2,40 Euro Arbeitgeberbeiträge).

Mit einer kurzfristigen Beschäftigung fallen die Sozialabgaben hingegen nicht an.

Für die Betriebe macht es also Sinn, die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung zu prüfen. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn sie innerhalb eines Kalenderjahres im Voraus auf nicht mehr als drei Monate bzw. 70 Arbeitstage oder nach ihrer Eigenart begrenzt ist.

Gerade zum Jahresende sollte vor der Einstellung von kurzfristigen Aushilfen genau geprüft werden, ob für die aktuelle Beschäftigung Vorbeschäftigungszeiten aus dem laufenden Kalenderjahr zu berücksichtigen sind. Denn diese werden auf die Kurzfristigkeitsgrenzen von drei Monaten bzw. 70 Arbeitstagen angerechnet. Die frühere Unterscheidung zwischen der Monatsgrenze und der Tagesgrenze anhand der Wochenarbeitstage gilt übrigens nicht mehr.

Prüfung Kurzfristigkeit

Zunächst ist zu prüfen, ob die aktuelle Beschäftigung an sich betrachtet, als kurzfristige Beschäftigung eingestuft werden kann. Ist dies der Fall, so ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob innerhalb des aktuellen Kalenderjahres bereits kurzfristige Beschäftigungen ausgeübt worden sind (Personengruppenschlüssel 110). Liegen solche kurzfristigen Beschäftigungen innerhalb des Kalenderjahres vor, so sind die Kalendertage bzw. Arbeitstage der Beschäftigungen zu addieren. Hierbei treten an die Stelle des Dreimonatszeitraums 90 Kalendertage.

Berufsmäßigkeit

Ferner ist Voraussetzung für eine kurzfristige Beschäftigung, dass diese nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Berufsmäßigkeit wird unterstellt, wen die Beschäftigung für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Davon ist auszugehen, wenn die Beschäftigungszeiten innerhalb des Kalenderjahres mehr als drei Monate bzw. 70 Arbeitstage erreichen. Dabei werden alle Beschäftigungen mit einem Monatsverdienst von mehr als 450 Euro berücksichtigt.

Darüber hinaus hat die Rechtsprechung einige Fallgestaltungen gebildet, die aufgrund des Erwerbsstatus des Arbeitnehmers von Berufsmäßigkeit ausgehen. Dies sind beispielsweise kurzfristige Beschäftigungen neben Elternzeit oder unbezahltem Urlaub. Beschäftigungslose, die bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet sind, können ebenfalls keine kurzfristige Beschäftigung ausüben.

Wichtig: Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, kann problemlos eine kurzfristige Aushilfsbeschäftigung ausgeübt werden.

Beispiel:

Ein Schlosser übt eine Dauerbeschäftigung gegen ein monatliches Entgelt von 3.000 Euro aus. In der Zeit vom 1.12 bis 24.12. nimmt er zusätzlich eine im Voraus befristete Beschäftigung als Weihnachtsbaumverkäufer an. Hierfür erhält er 1.300 Euro.

Die Beschäftigung im Weihnachtsgeschäft ist eine kurzfristige Beschäftigung, so dass der Arbeitnehmer und Arbeitgeber keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen.