Krankenkasse des Minijobbers muss abgefragt werden

31. Januar 2022

Ab 1. Juli 2022 wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingeführt. Dabei werden die Arbeitsunfähigkeitsdaten bei Krankheit vom Arbeitgeber elektronisch bei den Krankenkassen angefordert. Die bisherige Papierbescheinigung soll dann ausgedient haben. Der Arbeitgeber muss dann die Krankenkasse der Arbeitnehmer kennen. Bei Minijobbern ist dies jedoch regelmäßig nicht der Fall.

Ab 1. Juli 2022 sollen sämtliche Arbeitsunfähigkeitszeiten der gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer elektronisch von den Betrieben bei den Krankenkassen abgefragt werden. Da dies auch für die Minijobber gilt, muss die Krankenkasse des Minijobbers dem Arbeitgeber bekannt sein. Ausgenommen von dem neuen elektronischen Verfahren zum Abruf der Arbeitsunfähigkeitszeiten sind privat krankenversicherte Arbeitnehmer. Gleiches gilt für Arbeitsunfähigkeitszeiten im Ausland, da die dortigen Ärzte nicht an dem Verfahren teilnehmen.

Der Abruf der elektronischen Arbeitsunfähigkeitszeiten erfolgt über ein systemgeprüftes Entgeltabrechnungsprogramm. Alternativ soll dies künftig auch über systemuntersuchte Zeiterfassungssysteme möglich sein.

Der Datenabruf erfolgt künftig in der Regel über das Lohnbüro, so dass dort die Informationen für die Abfrage von Arbeitsunfähigkeitszeiten gesammelt werden müssen. Wird die Lohnabrechnung innerhalb des Betriebs erledigt, sollten die Meldeketten bei Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitnehmers aktualisiert werden. Denn heute erfährt das Lohnbüro oftmals erst zum Monatsende von Arbeitsunfähigkeitszeiten der Arbeitnehmer. In Zukunft muss das Lohnbüro jedoch schnellstmöglich davon Kenntnis erhalten, da über die Lohnsoftware der Nachweis der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erbracht werden kann.

Betriebe, die ihre Entgeltabrechnung über einen externen Dienstleister, zum Beispiel Steuerberater, durchführen lassen, stehen vor einer besonderen Herausforderung. Denn hier ist mit dem Dienstleister zu klären, wie der Prozess im Falle von Arbeitsunfähigkeitszeiten künftig gestaltet werden soll.

Krankenkassendaten bei Minijobbern abfragen

Bei den versicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist die Krankenkasse des Arbeitnehmers regelmäßig im Lohnbüro bekannt, da die Beiträge und Meldungen des Arbeitnehmers an diese übermittelt werden. Anders sieht es jedoch bei den Minijobbern aus. Denn hier werden die Meldungen und Beiträge zur Sozialversicherung nicht an die Krankenkasse, sondern an die Minijob-Zentrale als Einzugsstelle übermittelt. Vielfach ist daher die Krankenkasse des Minijobbers im Lohnbüro nicht bekannt. Diese Information wird aber im Laufe des Jahres 2022 benötigt. Die Betriebe sind somit angehalten, diese Krankenkassendaten der Minijobber künftig abzufragen und in den Entgeltunterlagen zu dokumentieren.

Für die Praxis bietet es sich an im Zuge der nächsten Lohnabrechnung eine Abfrage des Krankenversicherungsschutzes der Minijobber durchzuführen.