Freiwillige Rentenbeiträge – Aufstocken – Was war das?

9. Juli 2020

Anmerkung: Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die vor dem Januar 2013 bestehende Möglichkeit freiwillig auf die bestehende Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung zu verzichten – aufzustocken.
Informationen zu Änderungen und Übergangsregelungen haben wir hier bereitgestellt.

Freiwillige Rentenbeiträge

 

Etwas für die Rente tun: Der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung

Wenn Sie als Minijobber in einem 400-Euro-Minijob arbeiten, sind Sie eigentlich von Beitragszahlungen an die Sozialversicherungen befreit. Das gilt natürlich auch für die Rentenversicherung. Nur der Arbeitgeber zahlt reduzierte Beiträge – und zwar für Sie. Denn auch aus einem für den Minijobber beitragsfreien 400-Euro-Minijob entstehen Rentenansprüche – allerdings wegen der geringeren Beitragssätze in deutlich reduzierter Form.

Wenn Ihnen das zu wenig ist und Sie stattdessen bei der gesetzlichen Rente die vollen Ansprüche aus Ihrem Einkommen erwerben möchten, können Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber schriftlich den „Verzicht auf die Versicherungsfreiheit“ erklären. Die Formulierung „Verzicht“ ist dabei etwas missverständlich: Sie verzichten ja eben nicht auf die Rentenansprüche, die Sie durch Ihrem Minijob erwerben. Wohl aber verzichten Sie auf einen Teil Ihres Einkommens als Minijobber. Denn die Aufstockung der aus dem Minijob entstehenden Rentenansprüche wird von Ihrem Einkommen bestritten. Für den Arbeitgeber hingegen entstehen keine höheren Beiträge.

Der Erwerb vollwertiger Leistungsansprüche aus der Rentenversicherung bringt Ihnen nicht etwa nur ein paar Cent monatlich mehr im Rentenalter. Sie können dadurch auch die nötigen Wartezeiten bei einem früheren Rentenbeginn erfüllen, erwerben einen Anspruch auf etwaige Rehabilitations-Maßnahmen (Kuren) zur vollständigen Teilnahme am Arbeitsleben und können den Versicherungsschutz wegen Erwerbsminderung vollständig aufrechterhalten – und dies für einen recht geringen Beitrag aus eigener Tasche.

Sie sollten sich jedoch vor der Aufnahme eines 400-Euro-Minijobs gut überlegen, ob Sie von dieser Möglichkeit gebrauch machen möchten. Denn einerseits können Sie den Verzicht auf die Beitragsfreiheit nur bis spätestens zwei Wochen nach Beschäftigungsbeginnschriftlich erklären – Ansprechpartner für Sie ist dabei nicht der Rentenversicherer sondern Ihr Arbeitgeber, der die Beiträge von Ihrem Gehalt an dieMinijob-Zentrale abführt. Und andererseits haben Sie nur ein einziges Mal die Wahl: Ihr Verzicht auf die Versicherungsfreiheit gilt für die gesamte Dauer des Minijobs und kann nicht widerrufen werden. Sollten Sie es sich dennoch anders überlegen, besteht der einzige Ausweg darin, mit dem Arbeitgeber einen neuen Vertrag abzuschließen. Auch dann, wenn sich eine neue Beschäftigung als Minijobber an die Vorangegangene nahtlos anschließt, ist mit dem Abschluss eines neuen Vertrages eine Neuregelung des Verzichts möglich.

Sollten Sie mehrere Minijobs nebeneinander ausüben, können Sie ferner die Frage der Versicherungsfreiheit nur einheitlich für alle Minijobszusammen entscheiden. Es ist also nicht möglich, in einem Minijob beitragsfrei zu arbeiten, in einem weiteren Minijobs jedoch das volle Gehalt ohne Abzug der Beiträge zu bekommen. Es besteht daher für Sie als Minijobber die Verpflichtung, alle Arbeitgeber über einen Verzicht zu informieren.

Aufgrund der für den Minijobber erheblichen Konsequenzen durch den Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen neuen Minijobber über die Möglichkeit der Aufstockung der Rentenbeiträge aufzuklären.