Ab 2022 muss Steuer-Identifikationsnummer für Minijobber abgefragt werden

10. Januar 2022

Ab 1.1.2022 wird der Meldedatensatz für die Sozialversicherungsmeldungen für Minijobber erweitert. Ab 2022 ist dann für Minijobber die Steuer-Identifikationsnummer mit in den Entgeltmeldungen an die Sozialversicherung zu übermitteln. Für Minijob-Arbeitgeber bedeutet dies einen höheren Verwaltungsaufwand. Denn für jeden Minijobber muss jetzt die Steuer-Identifikationsnummer abgefragt werden.

Die Minijob-Zentrale fungiert bereits seit fast 20 Jahren als zentrale Einzugsstelle für die Meldungen und Beitragsnachweise der Minijobber. Zusätzlich werden die Pauschsteuern für die Minijobber in Höhe von 2 Prozent über den Beitragsnachweis an die Minijob-Zentrale gemeldet und dann auch von der Minijob-Zentrale eingezogen. Das macht sie zur Steuerbehörde, die daher auch die eingezogenen Steuern prüfen muss. Um dieser Prüfpflicht nachzukommen, werden in den Datensätzen der DEÜV-Meldungen künftig Kennzeichnungen verlangt, welche Steuerart in der Lohnabrechnung für den Minijobber angesetzt wird und wie die Steuer-Identifikationsnummer lautet.

Die Art und Weise der Besteuerung der Minijobber zu melden, dürfte kein Problem sein, da Sie in der Lohnabrechnung ja (seit jeher) eine Besteuerungsart anwenden. Komplizierter wird es hingegen die Steuer-Identifikationsnummer zu melden. Denn diese dürfte Ihnen von den meisten Minijobber nicht vorliegen.

Daher sollten Sie schleunigst die Steuer-Identifikationsnummer der Minijobber abfragen. Am besten Sie teilen den Minijobber mit der nächsten Entgeltabrechnung mit, dass im Lohnbüro zeitnah die Steuer-Identifikationsnummern benötigt werden und jeder Minijobber seine Identifikationsnummer dort abgegeben muss.

Für alle neuen Minijobber sollten Sie die Steuer-Identifikationsnummer gleich im Personalfragebogen zum Beschäftigungsbeginn abfragen.

Steuer-Identifikationsnummer online beantragen

Die meisten Minijobber sollten die Steuer-Identifikationsnummer problemlos mitteilen können. Doch wird es sicher auch den ein oder anderen Minijobber geben, der die Steuer-ID nicht zur Hand hat und diese partout in seinen Unterlagen nicht finden kann.

Hier können Sie als Arbeitgeber behilflich sein, sofern Sie dies möchten. Sie können nämlich auch als Arbeitgeber „für den Arbeitnehmer“ die Steuer-Identifikationsnummer beim Bundeszentralamt für Steuern (BZST) anfordern.

Hier können Sie die Steuer-ID online anfordern.

Link

https://www.bzst.de/DE/Privatpersonen/SteuerlicheIdentifikationsnummer/steuerlicheidentifikationsnummer_node.html;jsessionid=9CD9E3771B7978EC3F6DE2A458D54411.live832#js-toc-entry4

Wenn Sie die Steuer-Identifikationsnummer für den Arbeitnehmer beantragen, ist zu beachten, dass die Steuer-ID nicht an den Betrieb, sondern an den Arbeitnehmer gesendet wird. Der Arbeitnehmer muss die Nummer also „nur“ noch im Betrieb abgeben.

Steuer-Identifikationsnummer im Meldedatensatz

Ursprünglich sollte für die Steuer-Identifikationsnummer eine „harte Prüfung“ in die Meldeprüfung aufgenommen werden. Dies hätte bedeutet, dass DEÜV-Meldungen ohne die Steuer-ID nicht mehr versendet hättet werden können.

Glücklicherweise ist von dieser „harten Prüfung“ wieder Abstand genommen worden und es können (vorerst) auch noch DEÜV-Meldungen für Minijobber versendet werden ohne Steuer-ID.