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15. Dezember 2021

Minijobs: Ausblick 2022

Mit dem Jahr 2022 kommen zahlreiche Änderungen im Bereich der Minijobs auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu. Zwar bleibt es vorerst bei der 450-Euro-Minijobgrenze, doch hält das Jahr 2022 einige weitere Neuerungen bereit. So müssen die Betriebe künftig die Steuer-Identifikationsnummern und die Krankenkasse der Minijobber abfragen und auch beim Mindestlohn steht einiges an.

Mindestlohn steigt 2022

Das Jahr 2022 beginnt für den ein oder anderen Minijobber mit einer leichten Lohnerhöhung. Denn ab 1.1.2022 steigt der allgemeine Mindestlohn von 9,60 Euro auf 9,82 Euro je Stunde. Das bedeutet für alle Minijobber, die bislang nicht mindestens 9,82 Euro je Stunde verdienen, eine Erhöhung des Stundenlohns zum 1.1.2022.

Ab 1.7.2022 soll der Mindestlohn planmäßig dann auf 10,45 Euro je Stunden steigen. Unklar ist aktuell noch, ob es im Laufe des Jahres 2022 einen Anstieg des Mindestlohns auf 12 Euro je Stunden geben wird, denn diese Mindestlohnhöhe hat die neue Regierung in Aussicht gestellt. Ein konkreter Einführungszeitpunkt ist aktuell aber noch nicht bekannt.

Steuer-Identifikationsnummer in Meldungen

Mit den Jahresmeldungen 2021, die regelmäßig im Januar 2022 von der Lohnsoftware erstellt werden, ist auch die Steuer-Identifikationsnummer der geringfügig entlohnt Beschäftigten zu melden. Daneben ist auch die Art der Besteuerung in den Sozialversicherungsmeldungen anzugeben. Hierbei ist das Kennzeichen „1“ für die 2-prozentige Pauschsteuer oder die „0“ für alle anderen Besteuerungsvarianten anzugeben. Ferner ist auch die Steuernummer des Arbeitgebers nunmehr mitzuteilen.

Es gilt nun, die Steuer-Identifikationsnummern der Minijobber zu erfragen. Denn diese dürften in den meisten Fällen im Betrieb nicht bekannt sein. Es gibt jedoch eine kleine Erleichterung. Sowohl die Steuer-Identifikationsnummer als auch die Steuernummer des Arbeitgebers sind bedingte Mussfelder. Das bedeutet, sie sind nicht anzugeben, wenn die Steuerverwaltung diese Nummern nicht vergeben hat.

Krankenversicherung der Minijobber

Zwar startet die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) erst ab 1.7.2022. Dennoch sollten die Betriebe bereits jetzt mit den Vorbereitungen beginnen. Denn ab Juli 2022 werden die Arbeitsunfähigkeitszeiten elektronisch über die Lohnsoftware von den Arbeitgebern bei den jeweiligen Krankenkassen der Beschäftigten abgerufen. Das bisherige Papierverfahren zum Nachweis der Arbeitsunfähigkeit soll dann (fast vollständig) durch das elektronische Nachweisverfahren abgelöst werden.

Dies gilt auch für die geringfügig Beschäftigten. Das bedeutet auch, dass die Arbeitgeber die gesetzlichen Krankenkassen der Minijobber kennen müssen, um später die Arbeitsunfähigkeitszeiten abzufragen. Da dies in den meisten Fällen aktuell nicht der Fall sein dürfte, sollten die Arbeitgeber die verbleibende Zeit bis zum Verfahrensstart nutzen und die Krankenkassen der Minijobber abfragen. Nur so können künftige Arbeitsunfähigkeitszeiten nachgewiesen werden

Minijobber, die privat krankenversichert sind, nehmen nicht an dem elektronischen Verfahren teil. Für sie gilt weiterhin das alte Papierverfahren.

Anhebung der Minijobgrenze

Im Zusammenhang mit der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro soll auch die Minijobgrenze auf 520 Euro monatlich angehoben werden. Die Minijobgrenze soll sich künftig an dem Produkt von 10 Arbeitsstunden je Woche und dem Mindestlohn je Stunde auf den Monat hochgerechnet orientieren (= 12 Euro x 10 Stunden x 52 Wochen : 12 Monate).

Für die Anhebung der Minijobgrenze gilt ebenfalls, dass der Einführungszeitpunkt derzeit noch nicht bekannt ist. Zum 1.1.2022 gilt ein Mindestlohn von 9,82 Euro je Stunde und die bisherige Minijobgrenze von 450 Euro monatlich.

Wegfall von Meldegründen

Als weitere Neuerung zum Jahresbeginn 2022 entfallen die Meldegründe bei einer Namensänderung oder einer Adressänderungen ab 2022. Diese Daten werden der Deutschen Rentenversicherung über die zuständigen Einwohnermeldeämter mitgeteilt, so dass eine Meldung über den Arbeitgeber nicht mehr nötig ist.

Geburtsland bei Anmeldungen ohne Versicherungsnummer

Bei den Anmeldungen zur Sozialversicherung ohne Versicherungsnummer ist bislang die Angabe des Geburtslandes nicht in allen Fällen erforderlich gewesen. Dies ist jedoch zur Vergabe der Sozialversicherungsnummer zwingend nötig. Daher ist nunmehr erforderlich das Geburtsland in diesen Fällen mit anzugeben.