Krankheit und Mutterschaft




Eine Härtefonds von und für Arbeitgeber

Auch Minijobber/-innen können krank oder schwanger werden – und haben dann, wie andere sozialversichert Beschäftigte auch, ein Anrecht auf Mutterschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Anspruch auf durch Krankheit oder Reha-Maßnahmen bedingte Lohnfortzahlung entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses. Und auch bei Minijobberinnen gilt die Wahrung der gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutzfristen sowie die dazugehörige Lohnfortzahlung.

Um die Arbeitgeberkosten in solchen Fällen überschaubar zu halten, ist eine Erstattung der Lohnfortzahlungen durch die Minijob-Zentrale vorgesehen. Diese Ausgleichsversicherung gilt im Falle des Mutterschutzes grundsätzlich für alle Betriebe. Am Ausgleichsverfahren bei Krankheit nehmen hingegen nur kleine und mittlere Betriebe mit maximal 30 Beschäftigten teil.

Ein wenig kompliziert – die Betriebsgröße

Höchstens 30 Beschäftige, um am Ausgleichsverfahren bei Krankheit teilzunehmen – das klingt erst einmal einfach und klar geregelt. Aber was ist, wenn in einem Betrieb mal mehr, gelegentlich aber auch weniger als 30 Leute arbeiten? – In diesem Fall wird auf das zurückliegende Kalenderjahr geschaut: Haben Sie als Arbeitgeber in mindestens acht Monaten des letzten Jahres 30 oder weniger Personen beschäftigt, nehmen Sie am Ausgleichsverfahren teil. Waren es weniger als acht Monate, bekommen Sie keine Erstattung für die Löhne krank gewordener Mitarbeiter.

Und wer zählt eigentlich zu diesen 30 Beschäftigten? – Eigentlich alle Mitarbeiter eines Betriebes. Doch eben nur “eigentlich” – es gibt durchaus ein paar Ausnahmen: Auszubildende, Volontäre, Praktikanten, Schwerbehinderte, Bezieher von Vorruhestandsgeld und Wehr- oder Zivildienstleistende werden nicht mitgerechnet.

Teilzeitbeschäftigte hingegen werden entsprechend ihrer Arbeitszeit in die Rechnung einbezogen: Haben Sie also Arbeitnehmer, die wöchentlich bis zu 30 Stunden arbeiten, so gehen diese mit Faktor 0,75 in Ihre Gesamtzahl an Beschäftigten mit ein. Bei einer Wochenarbeitszeit von maximal 20 Stunden gilt Faktor 0,5, und werden wöchentlich höchstens 10 Stunden gearbeitet, so wird noch Faktor 0,25 berechnet.

Ob Ihr Betrieb am Ausgleichsverfahren bei Krankheit teilnimmt, können Sie mit dieser Checkliste leicht selbst ermitteln. Bitte beachten Sie: Diese Angaben gelten nur für das Ausgleichsverfahren bei Krankheit des Arbeitnehmers. Am Ausgleichsverfahren zum Mutterschutz nehmen unabhängig von der Beschäftigtenzahl alle Betriebe teil.

Wer zahlt für wen…? – die Finanzierung durch Umlagen

Das Ausgleichsverfahren kostet natürlich Geld. Bezahlen müssen diese Lohnfortzahlungen alle am Ausgleichsverfahren beteiligten Betriebe in Form von Umlagen. Als Arbeitgeber zahlen Sie also einen geringen monatlichen Betrag in einen Topf der Minijob-Zentrale, aus dem die Lohnfortzahlungen finanziert werden. Diesen Betrag müssen Sie in jedem Fall für Ihre 450-Euro-Minijobber bezahlen. Für kurzfristige Minijobber ist die Umlage nur dann zu entrichten, wenn der Vertrag noch länger als 4 Wochen läuft. Denn das Anrecht auf Entgeltfortzahlung besteht ja für den kurzfristigen Minijobber erst nach Ablauf einer vierwöchigen Frist ab dem Zeitpunkt der Krankschreibung.

…und wie viel?

Theoretisch gibt es zwei Umlagen, die bezahlt werden müssen: Die Umlage U1 für den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit (natürlich nur bei entsprechender Betriebsgröße, s.o.) und die Umlage U2 zum Ausgleich der Aufwendungen bei Mutterschaft. Die Umlage U1 beträgt 0,7%, die Umlage U2 0,14%. des Entgelts.

Die Umlage U1 wird zusammen mit den übrigen Abgaben an die Minijob-Zentrale entrichtet.

In den ersten vier Wochen eines Beschäftigungsverhältnisses hat ein Minijobber keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Wenn ein Minijobber danach krank wird, erhalten Sie aus dem Umlagetopf 80% des an den Minijobber fortgezahlten Gehaltes zurück. Darin enthalten sind bereits die Arbeitgeberbeträge zur Sozialversicherung des Minijobbers.

Nicht erstattet bekommen Sie…

  • eine Lohnfortzahlung für die ersten 28 Tage des Beschäftigungsverhältnisses.
  • die Lohnfortzahlung ab dem 42. Tag der Krankheit.
  • andere freiwillige Leistungen an Ihren Minijobber.

Die Erstattung der von Ihnen geleisteten Lohnfortzahlung für Ihren erkrankten Minijobber müssen Sie bei der Minijob-Zentrale beantragen.

…und bei Mutterschaft einer Minijobberin?

Für die Zeit um eine Geburt herum gilt: In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung dürfen werdende Mütter nur dann arbeiten, wenn sie es ausdrücklich wünschen. Diese Bereitschaft können sie zudem jederzeit widerrufen.

Nach der Geburt gilt für Mütter ein achtwöchiges Beschäftigungsverbot. Für diese Zeiten vor und nach einer Geburt erhält die werdende bzw. gerade gewordene Mutter Mutterschaftsgeld. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Minijobberin einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen. Diesen Zuschuss erhält der Arbeitgeber zu 100% auf Antrag aus dem Umlagetopf zurück. Darin enthalten sind auch die Arbeitgeberaufwendungen zur Sozialversicherung der Minijobberin. Nähere Informationen zu Mutterschutz und Mutterschaftsgeld sind beim Bundesversicherungsamt erhältlich.

Letzte Aktualisierung: 16. November 2012

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